Willkommen im Forum

Liebe Besucher,
Liebe Devotees,

nach monatelanger intensiver und freudiger Arbeit an dieser Webseite zusammen mit unserer Webdesignerin bin ich sehr glücklich, dass nun alles soweit vollendet ist. Heute am 9.9.2016
ist zudem der Erscheinungstag von Shrimati Radharani, ein äußerst glücksverheißender Tag
für die Premiere unseres Forums und dieser Webseite als Ganzes.

Anstelle von Verhaltensregeln möchte ich einfach alle TeilnehmerInnen höflich darum bitten,
nett zueinander zu sein und auch bei Meinungsverschiedenheiten – die naturgemäß immer irgendwann bei Diskussionen auftreten werden – stets den guten Ton zu wahren.

Ich freue mich auf einen regen Austausch.

Euer Vedanta

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Govardhan-puja (Deutsch)

Heute am 20. Oktober 2017 ist wieder Govardhan-puja. Es ist ein Fest zu Ehren eines der aus unserer Sicht schönsten Spiele Krishnas überhaupt. Nachfolgend in Kürze die Geschichte.

Wie jedes Jahr zu diesem Datum, so soll auch am heutigen Tage in Vrindavan ein aufwändiges Ritual zur Verehrung Indras, dem Halbgott des Regens und des Himmels veranstaltet werden. Der kleine Krishna beobachtet interessiert das emsige Treiben aller KuhhirtInnen, den Gopas und Gopis, und befragt daraufhin seinen Vater Nanda Maharaja, worum es denn hier eigentlich ginge?

Nanda Maharaja erklärt daraufhin seinem wissbegierigen obgleich allwissenden Sohn, dass die gesamte Land- und Viehwirtschaft vom Regen abhängig sei, für den wiederum der Halbgott Indra Sorge trage. Daher solle Lord Indra verehrt werden.

Shri Krishna, der dem gerade etwas hochmütig gewordenen Lord Indra eine Lehre erteilen wollte, zweifelte den Sinn der Indra-Verehrung an. Er gab seinem Vater und allen anderen Dorfbewohnern handfeste (mitunter sogar atheistische) Argumente an die Hand, warum es überhaupt nicht nötig sei, Indra zu verehren, damit Regen falle. Indra habe damit gar nichts zu tun, Regen falle schließlich überall und letztendlich sei sowieso alles eine Frage von Karma! Stattdessen sollten die KuhhirtInnen von Vrindavan ihren wahren Wohltäter verehren, nämlich den Govardhan-Berg, der für ihre Kühe tagein tagaus saftiges Weidegras bereitstellt. Govardhan bedeutet im Übrigen genau das, nämlich „der die Kühe ernährt“.

Dank Krishnas unwiderstehlichem Charme, Seiner Redegewandtheit und seinen philosophisch unschlagbaren Argumenten - wenngleich im Grunde atheistischer Natur 🙂 - ließen sich die Einwohner von Vrindavan davon abbringen Indra zu verehren, und verwendeten die bereits gesammelten Utensilien nun für die Govardhan-Puja, die Shri Krishna genau in ihrem Ablauf beschrieb:

Es sollte ein Festmahl für Govardhan gekocht werden angefangen mit süßem Nektar-Reis bis hin zu Gemüsesuppen, sowohl gebackene als auch in Ghee fritierte Süßigkeiten, und alle erdenklichen Zubereitungen von Milch! Die Brahmanas sollten Mantras singen, danach verköstigt und unter anderem mit Kühen beschenkt werden. Jeder Anwesende sollte von den Speisen bekommen, auch nicht ganz so reinlich lebende Seelen wie Hunde und Hundeesser, Schweine und Schweineesser. Anschließend sollte dann der Govardhan-Berg gefeiert werden, dann die Kühe mit Gras gefüttert und zum Abschluss gemeinsam mit den Kühen, Kälbern und Bullen der Govardhan-Berg umkreist werden.

Lord Indra traute derweil seinen Ohren nicht! Fassungslos lauschte er den provokanten Ausführungen des kleinen Krishna und beobachtete fuchsteufelswild die sich daran anschließende prachtvolle Govardhan-puja:

vācālaṁ bāliśaṁ stabdham ajñaṁ paṇḍita-māninam
kṛṣṇaṁ martyam upāśritya gopā me cakrur apriyam

Diese Kuhhirten haben sich mir gegenüber feindselig verhalten, weil sie bei einem gewöhnlichen Menschen wie Kṛṣṇa Schutz gesucht haben, der sich selbst für sehr klug hält, aber einfach nur ein dummes, arrogantes und geschwätziges Kind ist!

SB 10.25.5

eṣāṁ śriyāvaliptānāṁ kṛṣṇenādhmāpitātmanām
dhunuta śrī-mada-stambhaṁ paśūn nayata saṅkṣayam

[Seine Zerstörer-Wolken instruierend fährt Lord Indra fort]: Der Wohlstand dieser Menschen hat sie stolz gemacht, und ihre Arroganz wird von Krishna noch verstärkt. Zieht los, brecht ihren Stolz und vernichtet ihre Tiere!

SB 10.25.6

Alsdann zog ein wahres Inferno über Vrindavan her! Die heftigen Wolkenbrüche verursachten auf der Stelle fürchterliche Überschwemmungen, die eiskalten Tornados und Hagelstürme taten ihr Übriges, während die Gopas und Gopis mitsamt den Kühen vor Kälte zitternd und schmerzerfüllt im Regen standen. In ihrer Not erinnerten sich die Einwohner von Vrindavan an die prophetischen Worte Garga Munis, des Astrologen bei Krishnas Geburt:

anena sarva-durgāṇi yūyam añjas tariṣyatha

Durch Seine Gnade werdet ihr alle Schwierigkeiten überwinden.

SB 10.8.16

Sie baten daher Krishna inständig um Beistand für die Kühe und auch für sich selbst.

Shri Krishna zögerte nicht lange, sondern „einem Kinde gleich das einen Pilz pflückt“ nahm er den ganzen Govardhan-Berg mit nur einer Hand auf und hielt ihn für die kommenden sieben Tag empor wie einen Regenschirm! Die Einwohner von Vrindavan starrten während der ganzen Woche Krishna einfach nur glückselig und voller Liebe an und sie vergaßen dabei allen Hunger und Durst.

Indra nahm auch dieses einzigartige Schauspiel verblüfft zur Kenntnis und es schwante ihm dabei nichts Gutes. Er war wieder einmal in ein ziemliches Fettnäpfchen getreten. Um es kurz vorwegzunehmen, er entschuldigte sich in aller Form und auf Knien bei Shri Krishna, aber das ist wieder ein anderes Kapitel …

Govardhan

Jai Shri Giri-Govardhan!

Jai Shri Krishna Bhagavan!