Willkommen im Forum

Liebe Besucher,
Liebe Devotees,

nach monatelanger intensiver und freudiger Arbeit an dieser Webseite zusammen mit unserer Webdesignerin bin ich sehr glücklich, dass nun alles soweit vollendet ist. Heute am 9.9.2016
ist zudem der Erscheinungstag von Shrimati Radharani, ein äußerst glücksverheißender Tag
für die Premiere unseres Forums und dieser Webseite als Ganzes.

Anstelle von Verhaltensregeln möchte ich einfach alle TeilnehmerInnen höflich darum bitten,
nett zueinander zu sein und auch bei Meinungsverschiedenheiten – die naturgemäß immer irgendwann bei Diskussionen auftreten werden – stets den guten Ton zu wahren.

Ich freue mich auf einen regen Austausch.

Euer Vedanta

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Sei fröhlich!

Sei fröhlich!
S.H. Shri Satyanarayana Dasa Babaji

Wir haben die Wahl: Wir können uns darüber beschweren, was uns fehlt, oder wir können dankbar sein und feiern, was wir haben. Die meisten Menschen beschweren sich. Offensichtlich sind wir alle mit unserem jetzigen Zustand sehr unzufrieden. Unsere einzige Inspiration ist die Hoffnung, in Zukunft zufrieden zu sein. Unsere einzige Verschnaufpause ist die Erinnerung an eine wunderbar angenehme Zeit in unserer Vergangenheit.

Wir beklagen uns über die Mängel in dem, was wir haben, und unsere Unfähigkeit, etwas Besseres zu bekommen. Fettleibige Menschen wollen schlank sein, und die Dünnen wollen an Gewicht zulegen. Arme Menschen wollen reich sein, und die Reichen sind immer noch unzufrieden und wollen reicher sein.

In der Tat liegt es in der Natur des Geistes, sich auf das zu konzentrieren, was er nicht hat, und wenig auf das zu achten, was er hat. Wir nehmen die Dinge als selbstverständlich hin und erkennen den Wert von etwas, das wir haben, erst, wenn wir es verlieren. Ein Fisch erkennt den wahren Wert seines Sees erst, wenn er aus ihm herausgerissen wird. Der Wert eines Zahnes wird erst dann richtig verstanden, wenn er herausfällt. Unserer Gesundheit wird nicht viel Aufmerksamkeit zuteil, wenn wir nicht von Krankheit bedroht sind.

Wir haben die menschliche Lebensform, was ein großer Segen ist, aber wir schenken dieser Tatsache nicht viel Aufmerksamkeit. Wir würden es viel mehr schätzen, wenn wir uns plötzlich in eine Maus oder einen Fisch verwandeln würden. Jede Katze oder jeder Vogel kann eine Maus verschlingen. Jeder größere Fisch kann die armen kleinen Fische verschlingen. Diese Geschöpfe können sich nicht an ein Gericht wenden oder bei der Polizei Anzeige erstatten.

Wir nehmen
unsere Grundrechte als Menschen
als selbstverständlich hin
obwohl sie in Wirklichkeit
so selten und wertvoll sind.

Wir können auf zwei Beinen gehen, unsere Hände frei benutzen und unsere Gedanken und Gefühle sehr detailliert mit Worten kommunizieren. Stell dir vor, diese Möglichkeiten würden dir weggenommen. Das Leben würde beschwerlich sein, gelinde gesagt.

Einst ging ein Sadhu von einem Dorf zum anderen. Unterwegs traf er einen jungen Mann, der sehr düster und niedergeschlagen aussah. Der Sadhu empfand Mitgefühl und fragte ihn: Warum bist du so verdrießlich?

Der junge Mann begann sich zu beschweren: Ich bin so unglücklich! Ich wurde von armen Eltern geboren, die starben, als ich noch ein kleiner Junge war. Ich habe kein Eigentum geerbt, also habe ich nichts. Es ist schwer, mein Leben zu erhalten, weshalb ich daran denke, Selbstmord zu begehen. Ich sehe kein Licht im Leben, nur Leiden!

Der Sadhu hörte ihn geduldig und sagte zu ihm: Geh mit mir in das nächste Dorf, ich werde dir helfen. In diesem Dorf werde ich dafür sorgen, dass dir viel Geld gegeben wird.

Der junge Mann war überrascht und zweifelte an dem Sadhu, dachte dann aber, er hätte ja nichts zu verlieren. Im nächsten Dorf brachte der Sadhu den jungen Mann in das Haus eines reichen Kaufmanns, der sein Schüler war und seinen Guru überglücklich empfing. Nach einem privaten Gespräch mit dem Händler sagte der Sadhu zu dem depressiven Mann: Dieser Händler ist bereit, vier Lakh Rupien [ca. 6.000 Euro] im Austausch für deine beiden Augen zu zahlen.

Der junge Mann war schockiert und lehnte ab. Ich will nicht blind sein!
Gut, sagte der Sadhu. Dann wäre er auch bereit, drei Lakh für deine beiden Hände zu zahlen.

Auf diese Weise bezifferte der Sadhu für alle Glieder des Körpers des jungen Mannes einen Preis und versuchte dadurch, ihm den großen Reichtum zu zeigen den er bereits besaß, aber nicht erkannte.

In der Tat, mit einem menschlichen Körper können wir sehr viel mehr erreichen als nur Reichtum, wir können Gott selbst erreichen, der den gesamten Reichtum besitzt. Bhakta Prahlada sagte zu seinen Freunden:

Der menschliche Körper ist vergänglich
aber er kann ewigen Nutzen zeitigen
weil wir mit ihm Liebe zu Gott erlangen können.

Der menschliche Körper ist daher sehr ungewöhnlich - es ist ja keineswegs üblich, dass ein temporäres Objekt dauerhaften Nutzen erbringen kann! Doch die meisten Menschen nutzen ihr Leben nur dazu, vorübergehend flüchtige Objekte zu verfolgen, was nur zu Frustration und Leid führt. Leider bleiben nach meiner Erfahrung sogar die meisten Menschen, die das Potential des menschlichen Lebens verstehen, besessen von Belanglosigkeiten wie Neid, Eifersucht, Wut und materiellen Bindungen. Sie verschwenden ihre Zeit damit, andere Sadhakas zu kritisieren, über weltliche Ziele zu grübeln oder sich über irgendetwas zu beschweren. Auch sie wissen die seltene Gelegenheit, die ihnen geboten wurde, nicht wirklich zu schätzen, ohne dass sie es wirklich sehr begehren oder verdienen. In gewissem Sinne sind sie unglücklicher als die unwissenden Massen, weil sie einen seltenen, wunderbaren Gast in ihrem Haus haben, aber von alltäglichen Aktivitäten wie Fernsehen oder Smartphones besessen bleiben.

Es gibt einen allgemeinen Grundsatz: Wenn wir schätzen, was wir haben, bekommen wir mehr. Und im Gegenteil, wenn wir uns nur beschweren, verlieren wir sogar das, was wir haben. Nochmals, ich habe unglückliche persönliche Erfahrungen damit gemacht. Einige Devotees bekamen die Gelegenheit im Heiligen Land von Vrindavan zu sein, und hatten das Glück, Gurudeva und den Sadhus zu dienen. Aber anstatt diese Gelegenheit zu schätzen, verwendeten sie mehr Energie darauf, sich über die Unannehmlichkeiten des Ashrams, den Lärm oder Müll in Vrindavan oder sonst irgendetwas wie etwa das Essen, das Wetter, die Menschen und so weiter zu beschweren. Bald darauf mussten sie Vrindavan verlassen und verloren so ihre seltene Chance für Seva. Einige von ihnen haben sich in materiellen Angelegenheiten völlig verirrt. Natürlich ist der Seva den sie geleistet haben nicht verschwendet, aber wegen des Klagens und Fehlersuchens wurde ihr Fortschritt auf Eis gelegt.

In seinen Gebeten zu Gopala Krishna sagt Brahma:

tat te ’nukampāṁ su-samīkṣamāṇo bhuñjāna evātma evātma-kṛtaṁ vipākam
hṛd-vāg-vapurbhir vidadhan namas te jīveta yo mukti-pade sa dāya-bhāk

Lass uns in dieser Welt leben, indem wir uns von ganzem Herzen vor Dir verneigen, weil wir Deine Gnade überall um uns herum sehen, auch wenn wir die schwierigen Ergebnisse unserer vergangenen Handlungen erleben. Ein solcher Mensch erbt die Füße von Bhagavan, dem Gewährer von Befreiung.

- SB 10.14.8

Das ist ein ausgezeichneter Ratschlag! Es ist nicht bloße Phantasie, dass die Gnade Shri Bhagavans über uns liegt. Das ist eine wunderbare Tatsache, auch wenn wir ihr nicht viel Aufmerksamkeit schenken. Selbst der einfache Akt des Atmens, der für unser Überleben so entscheidend ist, kann nur durch Seine Gnade geschehen. Wenn wir uns bewusst anstrengen müssten um zu atmen, würde es unsere ganze Aufmerksamkeit verschlingen und wir wären kaum in der Lage etwas anderes zu tun. Und wir würden auch nie schlafen können!

Shri Vishvanatha Chakravarti kommentiert Brahmas Worte und schreibt, dass ein Devotee jenseits des Einflusses von Zeit und Karma ist. So ist jede günstige oder ungünstige Situation, der er oder sie gegenübersteht, nicht das Ergebnis seines oder ihres vergangenen Karmas, sondern wird von Krishna selbst zum Wohle des Devotees gewährt. Krishna, so schreibt er, ist wie ein mitfühlender Vater, der manchmal sein kleines krankes Kind dazu bringt, bittere Medizin zu trinken. Das Kind mag es vielleicht nicht mögen, aber die Absicht des Vaters ist es nicht, das Kind zu drangsalieren. Er will, dass das Kind wieder gesund wird. Ebenso sind wir krank durch unsere materielle Konditionierung. Krishna bringt uns manchmal in eine schwierige Situation, um uns zu reinigen. Das ist Seine Gnade für uns. Wir sollten uns nicht dagegen beschweren. Wir mögen die schwierige Situation während sie über uns hereinbricht nicht zu schätzen wissen aber später werden wir feststellen, dass es das Beste war, was uns passieren konnte.

Vor einiger Zeit las ich die folgende erstaunliche Geschichte einer Person, die entgegen aller Widrigkeiten materiell erfolgreich wurde:

Peng Shuilin ist 78 cm groß. 1995 zerteilte ein Lastwagen seinen Körper in zwei Hälften. Sein Unterkörper und seine Beine waren nicht mehr zu reparieren, aber die Chirurgen nähten seinen Oberkörper zu. Shuilin, jetzt 37 Jahre alt, verbrachte fast zwei Jahre in einem Krankenhaus in Südchina und unterzog sich einer Reihe von Operationen, um fast alle wichtigen Organe und Systeme in seinem Körper umzuleiten. Er trainierte seine Arme, baute Kraft auf, wusch sich das Gesicht und putzte sich die Zähne und überlebte gegen alle Widrigkeiten. Jetzt hat Peng Shuilin die Ärzte verblüfft, indem er nach einem Jahrzehnt wieder Laufen gelernt hat. Die Ärzte des China Rehabilitation Research Centre in Peking haben sich in Anbetracht seiner Notlage eine geniale Methode ausgedacht, die es ihm erlaubt, aus eigenen Kräften zu gehen: eine raffinierte, eierähnliche Hülle, die seinen Körper hält, mit zwei bionischen Beinen. Peng hat die Korridore des Pekinger Rehabilitationszentrums betreten. Als Shuilin zum ersten Mal ging, rief er aus:

Oh, wie erfüllend es doch ist
nach zehn Jahren mit einem halben Körper
endlich wieder gehen zu können!

Der Vizepräsident des Krankenhauses, Lin Liu, sagte: Wir haben ihn gerade untersucht, er ist fitter als die meisten Männer in seinem Alter.

Peng Shuilin hat seinen eigenen Schnäppchen-Supermarkt eröffnet, den Half Man-Half Price Store. Der inspirierende 37-Jährige ist Geschäftsmann geworden und dient anderen Amputierten als Vorbild. Gerade mal 78 cm hoch, bewegt er sich in einem Rollstuhl umher und hält Vorträge über die Genesung von Behinderung. Seine Einstellung ist erstaunlich, er beschwert sich nicht.

Er hatte gute Pflege
aber sein Geheimnis ist die Fröhlichkeit.
Nichts macht ihn fertig.

Sein Leben ist eine Leistung der Ausdauer, ein Triumph des menschlichen Geistes bei der Überwindung extremer Widrigkeiten.

Wenn du dich das nächste Mal über etwas Belangloses beschweren willst, tue es nicht. Erinnere dich stattdessen an Peng Shuilin. Du hast einen vollständigen Körper mit Beinen, die du bewegen kannst. Du befindest dich auf dem Weg der Bhakti, was das allerseltenste Phänomen ist.

Also klage nicht. Sei fröhlich! Sei dankbar für das, was Krishna dir durch Seine grundlose Gnade gegeben hat. Nimm Seine Gnade in allem um dich herum wahr. Durch diese Einstellung bekommst du mehr Gnade.

Das ist Brahmas Ratschlag.

Mit freundlicher Erlaubnis ins Deutsche übersetzt von https://www.jiva.org/complain-or-be-grateful/