Willkommen im Forum

Liebe Besucher,
Liebe Devotees,

nach monatelanger intensiver und freudiger Arbeit an dieser Webseite zusammen mit unserer Webdesignerin bin ich sehr glücklich, dass nun alles soweit vollendet ist. Heute am 9.9.2016
ist zudem der Erscheinungstag von Shrimati Radharani, ein äußerst glücksverheißender Tag
für die Premiere unseres Forums und dieser Webseite als Ganzes.

Anstelle von Verhaltensregeln möchte ich einfach alle TeilnehmerInnen höflich darum bitten,
nett zueinander zu sein und auch bei Meinungsverschiedenheiten – die naturgemäß immer irgendwann bei Diskussionen auftreten werden – stets den guten Ton zu wahren.

Ich freue mich auf einen regen Austausch.

Euer Vedanta

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Śrī Nityānanda Erscheinungstag

Śrī Nityānanda Erscheinungstag

Es folgt eine zusammenfassende Nacherzählung von Kapitel 13, Madhya-kanda (Teil 2) des Shri Chaitanya Bhagavata. Ich habe mich dabei bemüht, das Schriftbild so übersichtlich wie möglich zu gestalten und hoffe, es ist mir einigermaßen gelungen:

Direkte Übersetzungen sind fett hervorgehoben,
Shri Chaitanya Mahaprabhus Worte in Gold,
Shri Nityandandas Worte in Blau,
Shri Haridas Thakurs Worte in Grün.

***

Vers 8-9

„Hört zu, Nityananda und Haridas! Geht hinaus und verkündet überall meine Anweisung. Geht zu jedem Haus und bittet darum: „Chante die Namen Krishnas! Verehre Krishna! Folge Krishnas Unterweisungen!““

Vers 10-13

„Abgesehen hiervon solltet Ihr über nichts anderes reden, mit niemandem.

 Am Abend kehrt Ihr dann zurück und erstattet Mir Bericht.

Und all jenen, die sich weigern zu chanten, nachdem sie von Euch darum gebeten wurden, werde ich mit Meinem Feuerrad den Kopf abtrennen!"

Die anwesenden Vaishnavas lachten, als sie diese Anweisung hörten – wer sollte wohl imstande sein, sich Seinem Befehl zu widersetzen?

Auch Nityananda Prabhu und Haridas Thakur lächelten, und marschierten dann sogleich, als Sannyasis gekleidet, los, um die Botschaft Shri Chaitanya Mahaprabhus zu verkünden. So zogen sie fröhlich durch die Straßen von Nadia (Bengalen), gingen von Tür zu Tür und baten die Leute wie folgt.

Vers 16-17

"Chantet den Namen Krishnas! Lobpreist Krishna! Verehrt Krishna!
Krishna ist euer Ein und Alles, Krishna ist euer Reichtum, Krishna ist euer Leben. Oh Brüder, chantet Krishnas Namen mit ungeteilter Aufmerksamkeit!"

In den meisten Häusern wurden Sie aufs Herzlichste willkommen geheißen und gebeten, zum Essen zu bleiben.

Andere Leute hingegen verhielten sich weniger gastfreundlich, manche hielten Nityananda und Haridas für schlicht verrückt, und wiederum andere hielten sie sogar für einen Spähtrupp von Dieben.

Eines Tages aber trafen sie auf der Straße auf zwei Trunkenbolde. Es handelte sich dabei um zwei Brahmanas, jedoch mit leichten charakterlichen Schwächen. Sie betranken sich regelmäßig mit Wein, aßen Fleisch, stahlen anderer Menschen Hab und Gut und brannten anschließend deren Häuser nieder. Sie standen im Ruf, jede nur erdenkliche Straf- und Schandtat begangen zu haben. Oft rollten sie auf dem Boden umher und verprügelten willkürlich unschuldige Passanten. Ihre Namen lauteten Jagai und Madhai und sie waren natürlich weithin bekannt aufgrund ihrer kriminellen Aktivitäten.

In gewisser Hinsicht aber war ihnen das Glück hold. Sie pflegten nämlich ausschließlich Gemeinschaft mit schweren Alkoholikern, und hatten von daher auch keine Gelegenheit, Vaishnavas zu beleidigen. 🙂

Vers 41-42

Eine Versammlung, in der Vaishnavas beleidigt werden, ist dem Untergang geweiht, auch wenn alle übrigen religiösen Grundsätze beachtet werden.

Wenn eine Versammlung von Sannyasis in Blasphemie schwelgt, gilt diese als sündhafter wie eine Horde Säufer.

Nachdem sich Shri Nityananda bei Passanten über den Ruf von Jagai und Madhai kundig gemacht hatte, überlegte Er in Seinem Großmut, wie Er sie befreien könne, und dachte bei Sich wie folgt:

Vers 54-58

„Mahaprabhu ist herabgestiegen, um die Sünder zu erlösen. Und wo fände Er schon Sünder von diesem Kaliber?

Mahaprabhus Erscheinen ist geheim. Wer das nicht sieht, macht sich über Ihn lustig.

 Wenn Mahaprabhu diesen Beiden Seine Gnade erweist, wird die ganze Welt Seinen Ruhm erkennen. Wenn Ich [Nityananda] ihnen Shri Chaitanya offenbaren könnte, werde Ich als Mahaprabhu’s Diener bekannt werden.

Jetzt sind sie im Vollrausch und wissen nicht einmal, wer sie selbst sind. Wenn sie nur ähnlich berauscht werden könnten durch die Wirkung von Krishnas Namen!“

Vers 63-64

Nachdem er so bei Sich dachte, sagte Nityananda: "Oh Haridas, schau Dir nur an, in welch erbärmlichem Zustand sie sind. Ihr Verhalten ist so was von abscheulich, obwohl sie eigentlich Brahmanas sind. Sie werden der Bestrafung Yamarajas [Herr des Todes] nicht entgehen können."

Entgegen zahlreicher, eindringlicher Warnungen der Einheimischen, gingen Nityananda und Haridas schließlich fröhlich und schnurstracks auf Jagai und Madhai zu, und verkündeten diesen Ihre frohe Botschaft.

Vers 84-85

Chantet den Namen Krishnas! Lobpreist Krishna! Verehrt Krishna!
Krishna ist eure Mutter, Krishna ist euer Vater, Krishna ist euer Leben und euer Reichtum!
Krishna ist zu eurem Segen als Avatar erschienen. Gebt daher euer sündiges Treiben auf, und verehrt Krishna!"

Als Jagai und Madhai – die  gerade dabei waren, sich gegenseitig zu verprügeln - diese frommen Worte vernahmen, wandten sie sich verdutzt um. Beim Anblick der beiden Sannyasis wurden ihre Augen blutrot vor Wut. Wie von der Tarantel gebissen, rannten sie auf Nityananda und Haridas zu und brüllten: „Haltet sie fest, fangt sie!“

Nityananda und Haridas entschieden sich spontan für einen diplomatischen Rückzug und rannten aus Leibeskräften um Ihr Leben, Ihre wütenden Verfolger dicht auf den Fersen, die wiederholt gröhlten: Halt! Stehenbleiben!“

Szenen, die sich parallel dazu abspielten:

Vers 89-91

Die Leute redeten untereinander: „Wir haben die Sannyasis aber vorher gewarnt. Jetzt sind sie in Lebensgefahr.“

Die Atheisten grinsten hämisch und sagten zueinander: „Narayana hat den beiden Hochstaplern ihre verdiente Strafe zukommen lassen.“

Die frommen Brahmanas aber sprachen Stoßgebete: „Rette sie, Krishna, rette Sie!“ Mit diesen Worten machten sie sich ängstlich von dannen.

Vers 93-95

Nityananda sagte: „Wir dachten, es wäre schön gewesen, sie zu Vaishnavas zu machen, aber nun können wir von Glück reden, wenn wir den heutigen Tag überleben!“

Haridas erwiderte: „Oh mein Herr, was soll ich dazu sagen? Ich werde heute frühzeitig sterben – und das nur wegen Deiner Ideen!

Weil Du versucht hast, Krishnas Unterweisungen diesen Säufern zu geben, haben wir die verdiente Strafe erhalten und dafür beinahe mit dem Leben bezahlt.

Es ist ein Vergehen, Ungläubige im Chanten der Namen Haris zu unterweisen. Da wir es gewagt haben, unqualifizierte Frevler zu unterweisen, steht uns die gerechte Strafe für unser Vergehen auf die Stirn geschrieben."

So lachten und scherzten Nityananda und Haridas miteinander auf Ihrer abenteuerlichen Flucht. Jagai und Madhai aber saßen Ihnen immer noch im Nacken und schleuderten Ihnen bei dieser Verfolgungsjagd wüste Beschimpfungen zu.

Vers 97

Die beiden Trunkenbolde waren extrem fettleibig und konnten eigentlich kaum richtig gehen, kamen aber trotzdem erstaunlich flink voran.

Irgendwie schienen Jagai und Madhai auch eine gute Portion Humor zu haben, wie wir gleich sehen werden:

Vers 98-101

Die beiden Gauner riefen: „Hey Brüder, wohin des Wegs? Wie wollt ihr heute Jagai und Madhai entkommen?

Ihr wisst nicht, dass Jagai und Madhai hier leben. Wartet doch einen kleinen Moment und schaut mal, wer da hinter euch ist!“

Als Nityananda und Haridas diese Worten hörten, rannten Sie noch schneller und riefen voller Angst laut um Hilfe: „Rette uns Krishna! Krishna rette uns! Hey Govinda!“

Haridas [schwer keuchend]: „Ich kann nicht mehr! Warum nur bin ich sehenden Auges dieser rastlosen Person gefolgt?“

So rannten sie weiter in Richtung des Hauses von Chaitanya Mahaprabhu. Schließlich gelang es ihnen tatsächlich, ihre Verfolger abzuhängen bzw. Jagai und Madhai gaben selbst irgendwann auf und taten das, was sie am liebsten taten, nämlich besoffen auf dem Boden umherzurollen.

Wieder zuhause angekommen, erstatteten sie Mahaprabhu Bericht über die Begegnung mit diesen außergewöhnlichen Brahmanas. Mahaprabhu war zwar schon recht erstaunt über das Gebaren der beiden „Brahmanas“, genoß aber die Erzählungen sichtlich. Nityananda legt erneut Fürbitte ein für Jagai und Madhai und Mahaprabhu erklärte daraufhin lächelnd, dass sie ja schon befreit seien, allein da Nityananda dies einfach nur wünsche.

Jagai und Madhai wanderten derweil tagelang rastlos umher auf der Suche nach einem guten Stützpunkt für ihre nächtlichen Raubzüge und fanden diesen schließlich auch – „durch göttliche Fügung“ – in Form des persönlichen Badeplatzes Shri Chaitanya Mahaprabhus am Ufer der Ganga!

Eines nachts suchte Nityananda die beiden Gauner dort in ihrem Lager auf. Sie waren natürlich wie immer betrunken.

Vers 174-175

Jagai und Madhai [lallend]: „Wer bist du? Wer bist du?“

Nityananda erwiderte: „Ich gehe zum Hause Mahaprabhus.“

Immer noch trunken vom Wein, fragten sie Ihn: „Wie ist dein Name?“

Nityananda antwortete: „Avadhuta.“

Beim Klang des Wortes „Avadhuta“ aber wurde Madhai unvermittelt von Jähzorn überwältigt. Er nahm einen Tontopf und zerschlug diesen auf dem Kopf von Nityananda Prabhu, der sofort stark zu bluten begann.

Als Jagai das Blut von Nityanandas Kopf herabtriefen sah, erschrak er, und hielt seinen Bruder Madhai davon ab, Nityananda ein zweites Mal zu schlagen, indem er dessen Hand ergriff und zu Madhai sagte:

Vers 182

„Lass Avadhuta in Frieden. Schlag ihn nicht mehr. Was hast du davon, wenn du einen Sannyasi schlägst?“

Vers 183-189

Einige Leute liefen schnell zu Chaitanya Mahaprabhu, um Ihm von dem tragischen Vorfall zu berichten. Mahaprabhu, gemeinsam mit Seinen Gefährten, eilte sofort zum Tatort.

Der ganze Körper Shri Nityanandas war von Blut überströmt, während er zwischen den beiden Verbrechern stand, und doch lächelte Er.

 Als Chaitanya Mahaprabhu das Blut sah, verlor Er, von ohnmächtiger Wut überwältigt, sein Bewusstsein und rief laut: „Chakra! Chakra! Chakra!“ Blitzartig erschien tatsächlich das Sudarshan-chakra und auch Jagai und Madhai sahen es [sicherlich mit Entsetzen!].

Die Devotees wurden verwirrt, und Nityananda appellierte an Chaitanya Mahaprabhu:

„Als Madhai mich geschlagen hat, hat Jagai mich gerettet. Durch die Vorhersehung floss Blut, aber ich habe keinen Schmerz gespürt.

Oh Mahaprabhu, gib Mir diese beiden als Almosen. Du kannst Dich beruhigen, denn Ich spüre keinerlei Schmerz.“

Als Er die Worte hörte: „Jagai hat mich gerettet“, war Mahaprabhu überglücklich und umarmte Jagai auf der Stelle. Er sagte zu Jagai:
„Möge Krishna dir Gnade erweisen. Indem du Nityananda beschützt hast, hast du Mich gekauft. Bitte Mich um jede beliebige Segnung die du wünschst. Mögest du vom heutigen Tage an reinen hingebungsvollen Dienst erlangen.“

Als die Vaishnavas die Segnung hörten, die Jagai gewährt wurde, riefen sie alle: „Jai! Jai! Hari!“

Jagai war nun durch Krishna-prema derart überglücklich, dass er bewusstlos zu Boden fiel. Er durfte anschließend sogar die vierarmige Vishnu-Gestalt Mahaprabhus schauen, mit Muschelhorn, Feuerrad, Keule und Lotos.

Indem Madhai diese plötzliche Wandlung seines Bruders Jagai miterlebte, wurde auch er geläutert, fiel Chaitanya Mahaprabhu langausgestreckt zu Füßen und sagte:

Vers 203-204

„Oh Herr! Mein Bruder und ich haben doch immer zusammen gesündigt. Warum trennst Du uns jetzt voneinander, wo Du Deine Gnade ausschüttest?

Erweise auch mir Deine Gnade, damit ich Deinen Namen chanten kann. Niemand außer Dir kann mich retten!“

Vers 205-213

Mahaprabhu: „Ich sehe keine Rettung für dich, weil du das Blut vom Körper Nityanandas vergossen hast."

Madhai: „Aber das kannst Du doch nicht sagen! Warum gibst Du Deine Pflicht auf? Warum hast Du Deine Lotosfüße sogar Dämonen geschenkt, die Deinen Körper mit Pfeilen durchbohrt hatten?“

Mahaprabhu: „Dein Vergehen ist größer als ihres, weil du das Blut vom Körper Nityanandas vergossen hast. Und Nityanandas Körper ist Mir teurer als Mein eigener Körper, das erkläre Ich mit Nachdruck.“

Madhai: „Oh Herr, wenn Du die Wahrheit sagst, sage mir, wie kann ich gerettet werden? Du zerstörst jede Krankheit, denn Du bist das Kronjuwel aller Ärzte. Wenn Du mich behandelst, dann werde ich geheilt. Oh Herr des Universums, bitte täusche mich nicht. Jetzt, wo Du erkannt bist, wie willst Du Dich verstecken?“

Mahaprabhu: „Du hast ein schweres Vergehen begangen. Geh, und halte dich an Nityanandas Lotosfüßen fest!“

Dies ließ sich der verzweifelte Madhai natürlich nicht zweimal sagen und klammerte sich mit beiden Händen an die Lotosfüße Shri Nityanandas.

Vers 216-218

Vishvambhara (Mahaprabhu) sagte: „Hör zu, Nityananda. Nun, da er Dir zu Füßen gefallen ist, ist es angebracht, dass Du ihm Deine Gnade erweist. Da er Dein Blut vergossen hat, kannst nur Du ihm vergeben, und nun ist er Dir zu Füßen gefallen.“

Nityananda erwiderte: „Oh Mahaprabhu, was kann Ich dazu sagen? Du hast die Kraft, sogar einem Baum Gnade zu erweisen.“

Vers 219-220

„Hiermit erkläre Ich, dass wenn Ich jemals in irgendeinem Leben fromme Taten verrichtet habe, übergebe Ich diese hiermit vollständig an Madhai. Er ist somit von allen Vergehen befreit, die er Mir gegenüber begangen hat. Verwirre ihn nicht länger, sondern erweise Deinem Madhai Deine Gnade.“

Vishvambhara: „Wenn Du Madhai tatsächlich vergeben hast, so umarme ihn und mache sein Leben erfolgreich.“

Vers 221-222

Auf Befehl von Mahaprabhu, schloss Nityananda Madhai fest in Seine Arme, der daraufhin von materieller Bindung befreit wurde. Nityananda ging in den Körper Madhais ein und Madhai wurde mit allen Energien erfüllt.

Auf diese Weise wurden beide Halunken befreit, und sie brachten daraufhin den Lotosfüßen Chaitanya Mahaprabhus und Nityanandas ihre Gebete dar.

***

jaya jaya shri-chaitanya
jaya nityananda
jayadvaita-chandra
jaya gaura-bhakta-vrnda