Willkommen im Forum

Liebe Besucher,
Liebe Devotees,

nach monatelanger intensiver und freudiger Arbeit an dieser Webseite zusammen mit unserer Webdesignerin bin ich sehr glücklich, dass nun alles soweit vollendet ist. Heute am 9.9.2016
ist zudem der Erscheinungstag von Shrimati Radharani, ein äußerst glücksverheißender Tag
für die Premiere unseres Forums und dieser Webseite als Ganzes.

Anstelle von Verhaltensregeln möchte ich einfach alle TeilnehmerInnen höflich darum bitten,
nett zueinander zu sein und auch bei Meinungsverschiedenheiten – die naturgemäß immer irgendwann bei Diskussionen auftreten werden – stets den guten Ton zu wahren.

Ich freue mich auf einen regen Austausch.

Euer Vedanta

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Govardhan - Ein Fest der Liebe

Govardhana-Puja – Ein Fest der Liebe

Eigentlich wollten die Einwohner von Vrindavan, wie es dort seit Jahrhunderten Brauch war, König Indra zu Ehren eine Art Erntedankfest abhalten, weil er es schließlich ist, der für Regen und somit reiche Ernte sorgt. (Im gegenwärtigen Jahr 2018 müssen leider sogar wir in Europa erfahren wie katastrophal es für die Landwirtschaft ist, keinen oder nur spärlichen Regen abzubekommen; hier in Deutschland herrscht vermutlich die schlimmste Dürre seit über 130 Jahren, dem Beginn der Wetteraufzeichnungen).

Aber der kleine Krishna verstand es sehr geschickt, die Einwohner von Vrindavan dazu zu überreden, anstelle von Himmelskönig Indra doch lieber den Govardhana-Hügel zu verehren, weil er ja den Kühen saftige Weidegründe bietet, Menschen, Tiere und Pflanzen mit frischem Quellwasser versorgt und dergleichen mehr. Am Ende war das ganze Dorf mit Feuer und Flamme dabei, ein Fest zu Ehren Shri Govardhanas zu veranstalten – und König Indra ging überraschenderweise leer aus. Doch König Indra wollte diese Demütigung (wie er es zumindest empfand) nicht auf sich sitzen lassen und rief sogleich seine zerstörerischsten Wolken herbei, die nun auf Vrindavan heftigsten Regen niederprasseln ließen, und die Bewohner dazu noch mit eiskalten Stürmen und riesigen Hagelkörnern quälten. Die vor Kälte zitternden Vrajavasis wandten sich in ihrer Not an Krishna und Er hob zur Rettung sogleich den ganzen Govardhana-Hügel "wie einen Pilz" empor, als überdimensionalen Regenschirm.

Sieben Tage lang dauerte das Spektakel, und so lange brauchte anscheinend auch Himmelskönig Indra bis seine Wut verrauchte, er sein Fehlverhalten erkannte und konsequenterweise seinen mit voller Kraft regengießenden, donnernden, blitzenden und hagelnden Wolken den sofortigen Rückzug befahl. Als sich nun die Wolken verzogen und der Sturm gelegt hatten, und nach sieben Tagen endlich wieder die wärmende Sonne am strahlend blauen Himmel stand, sprach Shri Krishna liebevoll zu Seinen Devotees, SB 10.25.26-10.25.29 (Übersetzung von SH Bhanu Swami):

niryāta tyajata trāsaṁ gopāḥ sa-strī-dhanārbhakāḥ
upārataṁ vāta-varṣaṁ vyuda-prāyāś ca nimnagāḥ

Shri Krishna sagte: Meine lieben Kuhhirten, bitte geht mit euren Frauen, Kindern und Besitztümern hinaus. Habt keine Angst mehr. Der Wind und der Regen haben aufgehört, und das Hochwasser der Flüsse hat auch nachgelassen.

tatas te niryayur gopāḥ svaṁ svam ādāya go-dhanam
śakaṭoḍhopakaraṇaṁ strī-bāla-sthavirāḥ śanaiḥ

Nachdem sie ihre jeweiligen Kühe geholt und ihre Utensilien in ihre Wagen geladen hatten, gingen die Kuhhirtenmänner hinaus. Die Frauen, Kinder und älteren Menschen folgten ihnen allmählich nach.

bhagavān api taṁ śailaṁ sva-sthāne pūrva-vat prabhuḥ
paśyatāṁ sarva-bhūtānāṁ sthāpayām āsa līlayā

Während aller Augen auf Ihn gerichtet waren, legte Shri Bhagavan sodann den Govardhana-Hügel an seinem ursprünglichen Ort ab, so wie er zuvor gestanden hatte.

taṁ prema-vegān nirbhṛtā vrajaukaso yathā samīyuḥ parirambhaṇādibhiḥ
gopyaś ca sa-sneham apūjayan mudā dadhy-akṣatādbhir yuyujuḥ sad-āśiṣaḥ

Alle Bewohner von Vrindavan waren in ekstatische Liebe getaucht, und sie kamen nach vorne und begrüßten Shri Krishna entsprechend ihren individuellen Beziehungen zu Ihm: einige umarmten Ihn, andere beugten sich vor Ihm nieder. Die Kuhhirtenfrauen präsentierten Wasser gemischt mit Joghurt und ungebrochenen Gerstenkörnern als Ehrenzeichen, und sie überhäuften Ihn mit verheißungsvollen Segnungen.

Kommentar von Shri Vishvanatha Chakravarthi Thakur:

Überwältigt von Liebe, näherte sich jeder der Vrajavasis Shri Krishna entsprechend seiner Position - als jüngeres Mitglied der Gemeinschaft, als Gleichgestellter oder als Höhergestellter - und entsprechend verhielten sie sich Ihm gegenüber.

Krishnas Höhergestellte sprachen verheißungsvolle Segnungen, rochen liebevoll Seinen Kopf, küssten Ihn, massierten seinen linken Arm (der den Berg hochhielt), knackten die Finger seiner linken Hand und erkundigten sich mit elterlicher Zuneigung, ob er müde oder verletzt wäre.

Krishnas Gleichgestellte lachten oder scherzten mit Ihm, und diejenigen, die jünger waren, fielen zu seinen Füßen, massierten seine Füße.

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