Willkommen im Forum

Liebe Besucher,
Liebe Devotees,

nach monatelanger intensiver und freudiger Arbeit an dieser Webseite zusammen mit unserer Webdesignerin bin ich sehr glücklich, dass nun alles soweit vollendet ist. Heute am 9.9.2016
ist zudem der Erscheinungstag von Shrimati Radharani, ein äußerst glücksverheißender Tag
für die Premiere unseres Forums und dieser Webseite als Ganzes.

Anstelle von Verhaltensregeln möchte ich einfach alle TeilnehmerInnen höflich darum bitten,
nett zueinander zu sein und auch bei Meinungsverschiedenheiten – die naturgemäß immer irgendwann bei Diskussionen auftreten werden – stets den guten Ton zu wahren.

Ich freue mich auf einen regen Austausch.

Euer Vedanta

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Vāsudeva (Krishna) ist Alles

Vāsudeva (Krishna) ist Alles
SH Shri Satyanarayana Dasa Babaji Maharaja

Als wir geboren wurden, waren wir winzige Wesen, ein paar Pfund schwer und etwa einen halben Meter lang. Im Laufe der Jahre sind wir dann so viel größer geworden, dass wir uns selbst kaum wiedererkennen wenn wir unser eigenes Geburtstagsfoto sehen. Diese Änderung geschah nicht über Nacht. Es hat viele Jahre des ständigen Wandels gebraucht, um diesen Effekt zu erzeugen. Die Veränderungen von Jahr zu Jahr erfolgten Monat für Monat. Die Veränderungen von Monat zu Monat geschahen Tag für Tag. Die Veränderungen von Tag zu Tag geschahen stündlich. Wir können daraus schließen, dass Veränderungen jede Sekunde, ja jeden Bruchteil einer Sekunde stattfinden, obwohl wir diese winzigen, ständigen, augenblicklichen Veränderungen nicht so einfach wahrnehmen können.

Etwas, das sich jeden Bruchteil einer Sekunde verändert, kann nicht als "stabil" bezeichnet werden. Tatsächlich ist es schwierig, etwas das sich ständig ändert zu beschreiben oder zu definieren. Unser einziger Ausweg ist die Suche nach beständigen Eigenschaften im sich verändernden Objekt. Unser ganzer Körper zum Beispiel verändert sich auf einmal. Manche Dinge ändern sich von Moment A zu Moment B, aber vielleicht bleiben andere Dinge zwischen Moment A und B und ändern sich von Moment B zu C. Diese überlappenden Veränderungen machen es uns leicht, unseren Körper von Augenblick zu Augenblick, Tag zu Tag, Monat zu Monat und Jahr zu Jahr zu erkennen.

Gibt es etwas in uns, das alle sich verändernden Zustände, die wir durchlebt haben, vereint? Ja, darüber reden wir, wenn wir über unser "Sein" reden. Der Begriff des Seins wird im einfachsten Sinne durch das Verb "sein" (das bekannte Formen wie "ist", "sind" und "bin" annimmt) ausgedrückt. Das Sein ist beiden Zuständen eines Objekts gemeinsam - vor und nach seiner Veränderung. Selbst wenn sich ein Objekt bis zur Unkenntlichkeit verändert, ändert sich sein Wesen nicht. Es existiert immer noch. Es ist immer noch "ist".

Sein ist die existentielle Potenz (Sat-śakti) von Bhagavān. Es ist die alles durchdringende Essenz der Existenz selbst. So sehen wir zwei Prinzipien in der Welt um uns herum. Das eine ist das sich verändernde Prinzip: Saṁsāra - "das, was immer im Fluss ist." Das andere ist das unveränderliche, grundlegende Prinzip: Vāsudeva – "das, worin alles existiert" und das die Essenz von allem ist was existiert.

In Saṁsāra betrachten wir uns gewöhnlich als einen physischen Körper, der von der Welt um uns herum getrennt ist. In Wahrheit gibt es jedoch keinen Unterschied zwischen einem Körper und der Welt um ihn herum; sie bestehen aus den gleichen Bestandteilen. Śrī Kṛṣṇa beschreibt diese Bestandteile als die "separierte Energie", Bhinnā–prakṛti (Gītā 7.4), die sich ständig verändert. Im Mittelpunkt dieser Transformation steht ein stabiles, sich nicht-transformierendes Kernprinzip, das Jīva genannt wird.

Der Körper und die Welt von Saṁsāra können ohne die bewusste Lebenskraft Jīva nicht existieren. Deshalb wird das Jīva als Vāsudeva - der Meister und wahre Essenz des Seins - beschrieben. Das Jīva wiederum ist ein Teil von Viṣṇu und kann ohne ihn nicht existieren (Gītā 15.7). Der ultimative Vāsudeva ist daher Viṣṇu.

Die wechselnden Zustände von Saṁsāra sind allerdings nicht ganz "echt". Die Logik, dies zu verstehen, lautet wie folgt: Wenn etwas vor und nach dem gegenwärtigen Moment existiert, ist seine Existenz im gegenwärtigen Moment wirklich "real". Aber wenn etwas, das im gegenwärtigen Moment zu existieren scheint, im vorherigen Moment nicht existierte oder im nächsten nicht existieren wird, dann ist es nicht ganz "real". Śrī Kṛṣṇa erklärte diese Logik Uddhava, Śrīmad Bhāgavatam 11.28.21:

"Was in der Vergangenheit nicht existierte oder in der Zukunft nicht existieren wird, hat in der Mitte keine Existenz. Es existiert nur dem Namen nach."

Die Dinge, die sich im Saṁsāra manifestieren, existierten nicht, bevor sie erschaffen wurden und werden nicht existieren, nachdem sie zerstört wurden, was bedeutet, dass sie auch jetzt nicht wirklich existieren. Nur Bhagavān existierte vor allen Schöpfungen und existiert nach allen Auflösungen. So ist es auch nur Bhagavān, der wirklich real ist. Er erklärte dies Brahmā, Śrīmad Bhāgavatam 2.9.35:

"Am Anfang existierte Ich allein und kein anderer, ob sat [ewig], asat [vergänglich] oder jenseits von beidem. Danach bin Ich, denn sowohl dieser Kosmos, als auch das was übrig bleibt, bin ebenfalls Ich."

Daher ist Vāsudeva die einzig wahre Realität. Keine andere Manifestation der Realität kann ohne Ihn existieren. Tatsächlich ist Er die Essenz aller Manifestationen der Realität. Deshalb verkündete Śrī Kṛṣṇa zu Arjuna (Gītā 7.19):

"Nach vielen Geburten gibt sich ein Mensch Mir hin, weil er Weisheit erlangt hat und versteht: 'Vāsudeva ist alles' (vāsudevaḥ sarvam). So ein großartiger Mensch ist extrem selten."

Wer keine solche Weisheit besitzt, sieht nicht über die sich verändernde, materielle Welt von Saṁsāra hinaus. Solche Menschen können nicht begreifen, dass Vāsudeva die Quelle und der Erhalt der materiellen Welt ist. Sie können nicht erfahren, wie Er sich Selbst in Form dieser Welt manifestiert.

Wir nehmen die Welt durch unseren Geist wahr. Solange wir denken, dass wir von Vāsudeva unabhängig sind, werden wir die Welt nicht als Vāsudeva sehen. Stattdessen werden wir sie als etwas Unabhängiges von Ihm sehen, das wir besitzen und ausnutzen können. Da diese Weltanschauung jedoch nicht korrekt ist, erweisen sich unsere Bemühungen, die Welt zu kontrollieren und zu genießen, als fruchtlos und frustrierend.

Auch wenn wir uns nur als physischen Körper begreifen können, sollten wir doch sehen können, dass unsere physische Existenz nur ein winziger Teil der gesamten Natur ist. Wie kann das Teil das Ganze kontrollieren oder genießen? Ganz im Gegenteil, ein Teil sollte dem Ganzen dienen. Unsere Bemühungen, dieses Grundprinzip auf den Kopf zu stellen, werden scheitern.

Wer jedoch eine für Kṛṣṇa gefällige Einstellung hat, kann beginnen, die Realität richtig zu sehen und zu erleben. Deshalb sagt Kṛṣṇa, dass eine Stimmung der Hingabe notwendig ist, um Ihn zu verstehen (Gītā 18.55). Solche Leute beginnen, die Präsenz von Vāsudeva überall zu sehen, in jedem Objekt. Sie sehen die Welt nicht getrennt von Vāsudeva. Sie haben die Vision von “vāsudevaḥ sarvam”.

Wir können ihre Vision durch eine Analogie verstehen. Ein Geschäftsmann, der zum Beispiel Beton verkauft, sieht Schlamm und Sand nicht als solche an, er sieht sie vielmehr als Geld. Für uns sieht es so aus, als hätte er mit Sand zu tun, aber für ihn geht es um Geld. Ebenso sieht ein Anhänger Kṛṣṇas die materielle Welt mit den gleichen Augen wie ein gewöhnlicher Mensch. Aber wegen seiner Mentalität zeigen ihm diese Augen Vāsudeva überall.

Śrī Kṛṣṇa sprach Kapitel 10 der Gita, um uns zu helfen, eine Denkweise zu entwickeln die dazu beiträgt, Vāsudeva überall zu sehen. Das Üben von Bhakti im Bewusstsein dessen, was Krishna in diesem Kapitel erklärt, hilft einem zu erkennen, dass tatsächlich alles Vāsudeva ist – vāsudevaḥ sarvam.

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Mit freundlicher Erlaubnis unserer Partner-Seite https://jiva.org
Link zum Original-Artikel: https://www.jiva.org/vasudeva%E1%B8%A5-sarvam-iti/