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Liebe Besucher,
Liebe Devotees,

nach monatelanger intensiver und freudiger Arbeit an dieser Webseite zusammen mit unserer Webdesignerin bin ich sehr glücklich, dass nun alles soweit vollendet ist. Heute am 9.9.2016
ist zudem der Erscheinungstag von Shrimati Radharani, ein äußerst glücksverheißender Tag
für die Premiere unseres Forums und dieser Webseite als Ganzes.

Anstelle von Verhaltensregeln möchte ich einfach alle TeilnehmerInnen höflich darum bitten,
nett zueinander zu sein und auch bei Meinungsverschiedenheiten – die naturgemäß immer irgendwann bei Diskussionen auftreten werden – stets den guten Ton zu wahren.

Ich freue mich auf einen regen Austausch.

Euer Vedanta

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Yajnas: Das Glücksrezept

Hinduismus“, 4. Teil (Fortsetzung)
SH Shri Satyanarayana Dasa Babaji Maharaja

Einst waren in Indien Yajnas weit verbreitet. Der ganze Ritualteil des Hinduismus gehört zur Schule namens Purva-mimamsa. Ob es sich um die Mantras am Morgen handelt, Agnihotra, ... das alles ist Purva-mimamsa. Die Leute machten

  • tägliche Yajnas, Agnihotra genannt,

  • zweimonatliche Yajnas, Darsh bzw. Purnamas genannt,

  • vierteljährliche yajnas, Caturmasya genannt, und

  • jährliche Yajnas.

Agnihotra musste jeden Morgen und Abend von allen ausgeführt werden, die die Heilige- Schnur-Zeremonie absolviert hatten.

Gegenwärtig gibt es im Westen
einige Vereine, die das auch praktizieren,
und die daraus großen Nutzen ziehen.

Ihr könnt im Internet nach Agnihotra suchen und dort einige Webseiten finden, die erklären, wie es gemacht wird. Es ist eine sehr kurze Art und Weise, ein Yajna zu machen, es dauert vielleicht 5 oder 10 Minuten. Aber es muss zu einer ganz bestimmten Zeit getan werden, wenn die Sonne an diesem Ort aufgeht und wenn die Sonne untergeht. Zu dieser Zeit gibt es eine ganz besondere kosmische Energie, die sich manifestiert und wenn man dann das Yajna macht, geht diese Energie in das Yajna ein und man kann die Asche sogar für medizinische Zwecke benutzen, was die Leute auch tun. Ich habe in Deutschland tatsächlich einen solchen Ort besucht, nämlich den Homa-Hof.

Homa-Hof

Die Leute dort haben uns gezeigt, dass dieser Ort zuvor völlig unfruchtbar war, es wuchs dort praktisch nichts. Aber was immer sie nun dort auch anpflanzen, gedeiht und wächst bestens und vor allem sehr groß. Die ganze Gemeinschaft dort praktiziert Agnihotra. Dies ist ein praktisches Beispiel dafür, wie Yajnas für die Gesellschaft in der Tat von großem Vorteil sind. Sie reinigen die Atmosphäre, nicht nur auf einer grobstofflichen Ebene, nein, vielmehr findet eine subtile Reinigung statt und es wird dadurch eine besondere Energie entfaltet.

Dann gibt es noch Yajnas, die zweimonatlich durchgeführt werden. Darsh findet am Neumondtag statt und Purnamas am Vollmondtag. Caturmasya, die vierteljährlichen Yajnas, werden alle drei Monate durchgeführt, und jährlich gab es z.B. das Soma-yajna.

Dies waren verschiedene Arten von Yajnas, wie sie in Indien durchgeführt wurden. Jetzt ist diese Tradition verlorengegangen, vielleicht machen es noch ein paar Leute, aber 99,99 % der Bevölkerung nicht mehr, es ist nahezu verschwunden.

Vielleicht können wir nun das kurze Video über ein sehr seltenes Yajna zeigen, was im Jahre 1975 durchgeführt wurde, und das der amerikanischer Professor Dr. Frits Staal dokumentierte. Ich glaube nicht, dass es heute noch irgendjemanden gibt, der das tun könnte. Denn diese Art von Yajnas braucht viel Vorbereitung, viel Material und qualifizierte Brahmanen, um es durchzuführen. Das alles gibt es heute nicht mehr. Zumindest aber können wir hier sehen, was der Professor davon gefilmt hat.

Das letzte Agnisthoma-yajna im Kali-yuga (1975)

Ihr seht also, dass es sich hier um ein sehr kompliziertes Verfahren handelt, das sich über einige Tage erstreckt. Das beschriebene Agnishtoma ist ein jährliches Yajna und es braucht auch ein Jahr, um es vorzubereiten.

Darum geht es also im Purva-Mimamsa. Gelegentlich könnt ihr noch ein paar Überbleibsel dieser Yajna-Kultur sehen. Wenn ihr beispielsweise in Amerika indische Tempel besucht, werden sie dort auch Yajnas machen, z.B. anlässlich von Hochzeitszeremonien. In Indien war Yajna Teil einer jeden Zeremonie. Wenn ein Kind geboren wurde, wurde ein Yajna aufgeführt, auch für die Zeugung gab es eigens ein Yajna. Wenn ein Familienmitglied starb, wurde ein Yajna durchgeführt. Egal um welche Rituale es sich handelte - Yajna war stets Teil davon. Einige davon sind äußerst kompliziert, andere wiederum sind sehr einfach.

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Yajna:

  1. Eines ist das tägliche Yajna (Agnihotra), was regelmäßig durchgeführt werden muss.

  2. Dann gibt es sogenannte gelegentliche Yajnas, naimittika genannt. Sie wurden nur zu besonderen Anlässen durchgeführt, z.B. wenn jemand stirbt oder geboren wird, heiratet usw.

  3. Dann gibt es noch eine dritte Sorte von Yajnas, die durchgeführt werden, wenn eine Person sich gezielt etwas ganz Konkretes wünscht.

Wann immer jemand irgendetwas erreichen wollte, hat man in Indien dafür ein Yajna gemacht. Mit einer der häufigsten Wünsche, von denen man in den Schriften liest, ist, dass da ein König ist, der sich einen Sohn als Nachfolger wünscht, diesen aber aus irgendeinem Grund nicht bekommen kann. Folglich lädt der König einen Weisen ein, der dann zu Besuch kommt und ein entsprechendes Yajna macht. Dann endlich bekommt der König einen Sohn. Oder gar ein Yajna, um ein Königreich zu erobern, oder manchmal zum Töten eines Feindes. Es gab tatsächlich Yajnas, um einen Feind zu töten, es gab da alles Mögliche. Man findet Ähnliches auch in den Tantras. Im Tantra gibt es verschiedene Arten von Ritualen, wenn du etwa jemanden unter deine Gewalt bringen möchtest, oder wenn du willst, dass zwei Leute miteinander kämpfen, oder wenn du irgendjemanden krank machen willst ... all das findet sich dort. Solche Yajnas sind demnach für Leute mit einem konkreten Begehren. Materialistische Wünsche sind ja naturgemäß so, dass man sich entweder an jemandem rächen, oder irgendetwas Materielles erreichen will. Die Veden sowie Tantras sind mit derlei Dingen vollgepackt. Natürlich steht es aber auch geschrieben, dass man so etwas lieber nicht tun sollte, weil man unausweichlich Reaktionen dafür bekommt. Warum also werden diese Arten von Yajnas trotzdem dort erwähnt? Weil eben manche Menschen genau solche Wünsche hegen, und darum sagen die Schriften: „Gut, erfülle dir deine Wünsche“. Aber zur selben Zeit warnen sie auch, dass man eines Tages Reaktionen dafür bekommen wird. Manchmal jedoch haben Menschen ein sehr intensives Verlangen nach etwas, von dem sie genau wissen, dass es falsch ist, können aber nicht von ihrer fixen Idee lassen. In diesem Fall empfehlen die Schriften:

Na gut, mach es!
Aber zumindest gezügelt,
um es anschließend loszuwerden.

Auch hier steckt also die Absicht dahinter, sich letztlich von materiellen Bindungen zu befreien, was wir noch eingehender in der Bhagavad Gita studieren werden.